DAS PANTHEATER iN HASELDORF



31.07.2010
Hochverehrtes Publikum,

von Mai bis Juli 2010 hatten wir 20 Veranstaltungen in unserem neu eröffneten Theater und es waren immer Leute da, die zugeschaut haben. Nein, einmal waren keine da, aber sonst immer! Es war sehr schön für uns. Es war schön hier Gäste zu empfangen und denen etwas vor zu spielen. Dessen waren wir vorher gar nicht so sicher. Aber jetzt wünschen wir uns mehr, viele, am liebsten 40 pro Vorstellung, volles Haus. Kommen Sie, hereinspaziert!

Wir hatten versprochen, etwas Besonderes zu bieten und in unserem Gästebuch steht handgeschrieben stellvertretend für manch mündliches Lob:
Wir sind überrascht. Es war besonders. Wir kommen wieder.
Andere schrieben:
Unser erster Abend bei Ihnen war wunderbar und sehr ansprechend.
Und eine Zuschauerin kam mehrmals zu SONNE WASSER UND GELD
und schrieb:
Das dritte Mal - und immer entdecke ich neue Feinheiten.

Das Theaterstück war perfekt inszeniert...
steht im Gästebuch unserer Website und
Ganz großes Lob für alle und alles.

Vielen, vielen, vielen Dank.





Wir arbeiten jetzt an einem neuen Stück mit dem Titel
HELDEN. DIE ZUKUNFT IST JETZT.
Es wird Ende Oktober Premiere haben.

Am 3. September um 19 Uhr 30 haben wir unser erstes großes Gastspiel hier:
Das akut theater aus Elmshorn zeigt "Geschlossene Gesellschaft" von Jean-Paul Sartre.

Bis zu unserer Premiere zeigen wir an zwei Sonntagen im Monat etwas.
Am 5. September um 19 Uhr und am 3. Oktober um 19 Uhr
Casanova und die Gräfin von Parma
und am 26. September um 19 Uhr und am 24. Oktober um 19 Uhr
Die Wiederentdeckung der Geheimnisse.

Ab Anfang November haben wir dann hier wieder volles Programm!
Bitte informieren Sie sich unter
www.pantheater.de - Spielplan.

Wer regelmäßig informiert werden möchte,
schickt seine E-Mail Adresse an info@pantheater.de

oder seine Post-Adresse an das
PANTHEATER
Deichreihe 29
25489 Haseldorf.


Also, bisher war es wirklich schön hier als Theater in Haseldorf,
manchmal sogar märchenhaft schön. Wir hoffen, dass es so weitergeht.

Wir mögen bestimmte Märchen sehr gerne:


Als es noch kalt war haben wir einmal in einer Kunstgalerie in Hamburg im Stadtteil St. Georg gespielt. In St. Georg sind auch der Hauptbahnhof und das Deutsche Schauspielhaus. Die Galerie heißt Hosenstall. Es gibt viel Prostitution in der Gegend.

Ich (Michael Leye) stand mit unserem Auto mit unseren Theaterscheinwerfern und Requisiten vor der Garageneinfahrt eines Mietshauses neben der Galerie und wartete darauf, dass in der Nähe ein Parkplatz frei würde.

Eine junge Frau kam zu mir. Sie hatte ein aufgedunsenes, ausdrucksloses, blondes Mondgesicht und einen aufgedunsenen, ausdrucklosen Körper. Sie fragte ausdruckslos: Hast Du Bock? Ich verstand nicht gleich. Sie wiederholte im gleichen Ton: Hast Du Bock? Oh nein! schüttelte es mich. Ich meinte eine Regung in ihrem Gesicht zu sehen. Da tat es mir leid. Sie ging.

Ein Auto kam. Der Fahrer, ein recht ordentlich schicker Typ um die 30 wollte in die Garage. Ich zeigte ihm, dass ausreichend Platz war, um an unserem Auto vorbei in die Garage zu fahren. Er bestand darauf, dass ich wegführe. Er geriet in aggressive Verzweiflung: Ich bezahle doch nicht die teure Garage, damit ich jetzt an Ihrem Auto vorbeifahren muss! Ich verstand den Zusammenhang nicht, wirklich nicht. Schließlich fuhr er verbittert kopfschüttelnd an unserem Auto vorbei in die Garage.

Dann wurde in der Nähe ein Parkplatz frei. Ein recht unordentlicher und etwas schmutziger Typ auch so um die 30 winkte mich in die Lücke, wie es bisher nur in Lateinamerika üblich ist. Ich habe überhaupt keine Mühe auch in enge Parklücken zu kommen. Hast Du `n paar Cent über? fragte er mich dann. Ne, eigentlich nicht. Da sind 50. Er nahm sie und ging weiter.

An der Ecke bettelte er den Nächsten an, einen Mann so um die 50 mit einer einfachen Aktentasche unter dem Arm. Der nahm sein Portmonee heraus und gab ihm etwas ohne Hast und Herablassung. Der jüngere Mann bedankte sich mit einer kleinen Verbeugung. Der ältere Mann war ein Afrikaner.

DAS LIED VON DER MOLDAU von Bertold Brecht

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.



Pantheater Hamburg


24.04.2010
Hochverehrtes Publikum,

Erst waren wir auf Kampnagel, der damals noch verwilderten und weltberühmten Theaterfabrik in Hamburg. Aber die Politik reduzierte dann Kampnagel nach und nach, riss ab, baute Bürokomplexe, zentralisierte die Strukturen, glättete und passte an.Wir verließen das Gelände. Die Reisezeit begann. Seitdem sind wir unterwegs, auf Tourneen in Deutschland und auf Erkundungstouren in aller Welt.

Kürzlich waren wir in Uruguay, wo gerade ein Tupamaro (ehemaliger Stadtguerillero) und Blumenzüchter zum Staatspräsidenten gewählt worden ist. Sie haben ihm auf einer riesigen Bühne auf dem „Platz der Unabhängigkeit“ eine Schärpe umgehängt und einen großen, verzierten Stuhl hingestellt. Er hat sich gesetzt und hat gewunken und sah aus wie ein kleiner, dicker Märchenkönig. Er wird nun bald 75 Jahre alt und wird von den Leuten Pepe genannt. Fast alle haben ihn gerne. Pepe ist klug und es scheint so, als würde er tatsächlich immer dieWahrheit sagen. Natürlich nicht dieWahrheit an sich, die kennt er auch nicht und das behauptet er auch nicht, sondern seineWahrheit, um die er sich täglich aufs Neue bemüht. Und sollte jetzt jemand denken, dass Uruguay ein exotisches Land ist, dann täuscht er sich. Es ist sehr europäisch. Allerdings ist Pepe wohl etwas Besonderes.


Auf jeden Fall versuchen wir es mit derWahrheit so zu halten wie er. So versuchen wir Geschichten zu erzählen, ob unsere eigenen oder die anderer Leute. Wir erzählen mit den Mitteln des Theaters und man sagt, dass wir unsere Geschichten gut erzählen können. „Diese Erzählform ist hammer“ oder ist „intelligent, fesselnd und emotionsgeladen“ oder einfach „eine besonders liebenswürdige Präsentation des Menschlichen" sagt man und wir wurden von der Unesco und vom Bundesministerium für Zusammenarbeit dafür ausgezeichnet.

Und jetzt spielen wir auch in Haseldorf.Wir haben einen Raum in unserem Haus zu einem kleinen Theatersaal ausgebaut, in dem 40 Leute bequem sitzen und gut sehen und hören können.

In der Haseldorfer Marsch gibt es auch noch Reste von richtiger Natur, in der viele verschiedene Wesen leben, Menschen und Tiere. Es gibt auch einen kleinen Schlosspark mit großen Bäumen, es gibt reetgedeckte Häuser, Schafe auf Deichen und die Elbe, den großen Fluss.Wir stellen uns vor, dass es schön und interessant sein kann, einen Spaziergang durch die Marsch mit einem Besuch im Pantheater zu verbinden, dass es schön sein kann unterwegs bei uns einzukehren, zwei Stunden anzuhalten, innezuhalten, sich zu vergnügen. Vielleicht lohnt sich dafür sogar eine weitere Anreise, die Busse hier fahren selten aber regelmäßig, der 589er hält bei uns fast vor der Tür. Autos kann man auch parken, Parkplätze gibt es am alten Hafen. Fahrräder kann man überall abstellen.

Unsere Reiseberichte, die „Erkundungen in der EinenWelt“ spielen wir in Haseldorf monatlich.Wir lesen auch vor, wöchentlich.Wir bieten Theaterkurse an. Wir zeigen auch Filme, manchmal.Wir planen auch Theater für Kinder, das zeigen wir ab Herbst. Das afrikanische Märchen vom „Kürbiskind“ zum Beispiel. Für die ganz Kleinen machen wir dann Bilderbuchlesungen. Und überhaupt planen wir neue Produktionen in allen Bereichen. „Morgen ist heute - und gestern auch“ Erkundungen in Uruguay und Bolivien und „Es war die Lerche…“Erkundungen in der Marsch. Auch mit den „Klassikern“ wollen wir uns beschäftigen, mit unseren „Heimatdichtern“ Barlach und Rilke vielleicht. Gastspiele werden wir auch einladen.

Und wenn Sie, liebe Leserin oder lieber Leser dieses Schreibens, unsere Veranstaltungen besuchen wollen, dann schreiben Sie uns wenn möglich vorher eine Mail, senden Sie uns ein Fax oder rufen Sie an. Natürlich freuen wir uns auch, wenn Sie spontan und unangemeldet kommen. Aber dann kann es passieren, dass unser kleiner Saal voll ist. Und es kann ja auch passieren, dass er zu leer ist. Es gilt nämlich ein altes Theatergesetz: Es müssen immer mehr Leute im Zuschauerraum als auf der Bühne sein, sonst wird nicht gespielt.

Aber wenn Sie dann bei uns etwas gesehen, gehört, erlebt haben und es hat Ihnen gefallen, dann sagen Sie es bitte weiter. Das ist die einzig wirklich wirksame und seriöseWerbung. Auf die bauen wir.

Bitte informieren Sie sich unter
www.pantheater.de - Spielplan.

Wer regelmäßig informiert werden möchte,
schickt seine E-mail Adresse an info@pantheater.de

oder seine Post-Adresse an das
PANTHEATER
Deichreihe 29
25489 Haseldorf.


Letzte Infos gibt es dann immer auch unter Tel/Fax 04129/607.

Ganz herzlich


PS.
Der Dichter Rilke war oft zu Gast in Worpswede bei Bremen, dem berühmten Künstlerdorf. Er war aber auch in Haseldorf zu Gast. Und wir sind selbstverständlich nicht die Einzigen, die hier in der Marsch interessante Veranstaltungen bieten. Es gibt Musik, Theater und bildende Kunst vielerorts. Vielleicht wird die Gegend hier auch noch so berühmt für den gelebten Zusammenhang von Natur und Geist wie Worpswede.

Pantheater Hamburg

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